Menschen­­rechts­­konferenz 2026

Am 15. Mai 2026 kommen in Wien 150 Menschenrechtler:innen aus gemeinnützigen Organisationen, Wissenschaft und Kunst sowie engagierte Einzelpersonen zusammen. In großer Runde und in kleineren Arbeitsgruppen widmen wir uns der Aufgabe, die angesichts bröckelnder Demokratien und Druck auf die Menschenrechte immer drängender wird:

Wie gewinnen wir die Herzen der Menschen für ein würdevolles Leben aller?

Wir wollen voneinander lernen, Pläne schmieden und Kontakte festigen – und gestärkt und inspiriert hinausgehen, um andere für Demokratie und Menschenrechte zu begeistern. 

In Kooperation mit der CEU – Central European University

Würde.
Macht.
Hoffnung.

Anmeldung

Teilnahme und Anmeldung

Die Menschenrechtskonferenz 2026 soll zur Stärkung der zivilgesellschaftlichen Menschenrechtsbewegung in Österreich beitragen. Zielgruppe der Konferenz sind Mitwirkende von Menschenrechtsorganisationen, Angehörige akademischer Einrichtungen mit dem Fokus Menschenrechte, sowie individuelle Menschenrechtsverteidiger:innen. Die Teilnehmer:innen werden sowohl gezielt als auch offen eingeladen.

Die offene Anmeldung für Interessierte erfolgt über das Anmeldeformular. Die Anmeldung ist verbindlich. Alle Teilnehmer:innen erhalten nach einigen Tagen eine Anmeldebestätigung, in der ihre Teilnahme bestätigt wird. Nach Erreichen der maximalen Anzahl von 150 Personen werden Interessierte auf die Wartelist genommen. Im Falle einer Verhinderung ersuchen wir um umgehende Absage unter hallo@menschenrechtskonferenz.at damit jemand von der Warteliste nachrücken kann.

Die Teilnehmer:innen erhalten Ende April eine Mail mit organisatorischen Informationen (Anreise, Verpflegung,…) und dem Konferenzprogramm.

Die Teilnahme ist kostenlos. 

Teilnehmer:innen verpflichten sich zur Einhaltung der Hausordnung des Veranstaltungsortes, sowie dazu, den Anweisungen des Personals Folge zu leisten. 

Barrierefreiheit

Die Räumlichkeiten der CEU verfügen über Rollstuhlzugang. Die Beschilderung umfasst Braille und andere taktile Elemente. Die Veranstaltung wird mit Schriftdolmetschung auf deutsch und englisch übersetzt. Bedarf nach Übersetzung in Gebärdensprache ersuchen wir gleich bei der Anmeldung bekannt zu geben. https://www.ceu.edu/accessibility-and-disability-inclusion/vienna

Programm

Die Konferenz steht unter der Leitfrage Wie können wir die Herzen der Menschen für ein Leben in Würde aller gewinnen? Das Programm stellt auf aktive Mitwirkung der Teilnehmer:innen ab und setzt sich aus Abschnitten im Plenum sowie Workshops zusammen. Der Ablauf der Konferenz ist entlang der Change-Formel aus der systemischen Beratung strukturiert, um Energie für Veränderung zu mobilisieren:

DxVxRxF = Energie für Veränderung

  • Driver: Warum gerade jetzt? Was treibt uns an?
  • Vision: Was wollen wir sehen? 
  • Ressourcen: Was haben wir schon?
  • First Steps:  Was können wir schon jetzt tun?

Die Themen der Workshops basieren auf einer menschenrechtsbasierten Einschätzung der gegenwärtigen Lage und dessen, was wir jetzt brauchen. Der Leitgedanke bei der Auswahl und Ausarbeitung der Themen war deren Bedeutung für die Revitalisierung der Menschenrechtsbewegung, wir sehen sie zugleich als Baustellen und als Bausteine des Wandels. Dies bedeutet auch, dass in kritischer Selbstreflexion eigene blinde Flecken zur Diskussion stehen.

Neben einer Bestandsaufnahme und perspektivischem Austausch liegt der Fokus auf der Identifizierung von vorhandenen Ressourcen, Hindernissen und Next Steps.

Das Programm wird Ende April veröffentlicht. Geplante Themen sind: 

  • Wie verankern wir ein umfassendes Menschenrechtsverständnis „alle Menschenrechte für alle“, insbesondere angesichts der wachsenden sozialen Ungleichheit und der Aushöhlung wirtschaftlicher und sozialer Rechte?
  • Wie können wir die fundamentale alltägliche Bedeutung der Menschenrechte besser sichtbar machen?
  • Wie kann uns eine „Theory of Change“ helfen, die Hegemonie des Menschenrechte herzustellen? in (sozialen) Medien, in politischen und wirtschaftlichen Zirkeln und am Stammtisch?
  • Welche Erzählungen braucht es, damit die Idee der Menschenrechte an die Lebenswelt der Menschen anschließen kann?
  • Wie erreichen wir gesellschaftliche Gruppen, die den Menschenrechten neutral/skeptisch gegenüberstehen?
  • Wie geht die Menschenrechtsbewegung mit der Intersektionalität von Diskriminierung, einschließlich des oft vergessenen Klassismus, um? Auch im eigenen Bereich?
  • Was leisten künstlerische Praktiken für politische und gesellschaftliche Veränderungen, die sich an den Menschenrechten orientieren?
  • Wie können das Recht und rechtliche Verfahren für die Durchsetzung der Menschenrechte strategisch genutzt werden?
  • Was macht uns resilient? Wie bleiben wir trotz Rückschlägen und Belastungen langfristig handlungsstark? Was können wir von anderen Ländern lernen?

Aufruf: Mit Menschenrechten den Kampf um die Freiheit gewinnen.

Würde.
Macht.
Hoffnung.

Demokratien bröckeln. Staaten rüsten auf. Internationale Verträge scheinen nichts mehr zu gelten. Rund um den Globus stehen Menschenrechte auf dem Spiel. Der Klimawandel und eine ungebändigte Künstliche Intelligenz fordern Gesellschaften heraus. Kurzum: Die Lage ist grimmig, und die Aussichten sind es nicht minder, so dass wir uns gerade jetzt dreierlei nicht mehr leisten können:

Hoffnungslosigkeit. Entkräftung. Und Verwirrung.

Es war ein großes Versprechen, mit dem die Weltgemeinschaft die Barbarei der Zweiten Weltkriegs hinter sich ließ: Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden sollte die neue, globale Zukunft bringen. Für viele Menschen hat es sich eingelöst. Die Herrschaft des Rechts schützte die Würde vieler Menschen, beseitigte Willkür, milderte Leid. Die Menschenrechte schienen zu einer globalen lingua franca geworden zu sein.

Eine Erfolgsgeschichte, zweifellos, aber längst nicht für alle. Und das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben.

Die soziale Ungleichheit nimmt obszöne Ausmaße an. Autoritäre, extrem-libertäre Strömungen, hybride und konventionelle Kriege sind am Vormarsch. Verletzungen des humanitären Völkerrechts erinnern an überwunden geglaubte Zeiten. Selbst vor dem Folterverbot gibt es kein Halten mehr. In vielen Teilen der Welt riskieren Menschenrechtsanwält:innen, Friedens- und Klimaaktivist:innen jeden Tag ihr Leben. Zu viele haben es bereits verloren.

Und wir, die wir in relativer Sicherheit und Freiheit leben? Was tragen wir dazu bei, dass am Ende Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte gewinnen? Wie können wir nicht nur Köpfe, sondern auch Herzen für ein würdevolles Leben für alle begeistern? Wie kommen wir aus den Silos des Denkens heraus? Wie lassen wir nationale Egoismen hinter uns? Wie lernen wir den ganzheitlichen Blick? Wie organisieren wir uns? Was macht uns entschlossen und hoffnungsvoll? Wie bleiben wir bei Kräften, persönlich und als Gemeinschaft; wie bleiben wir resilient?

Darum soll es bei der Menschenrechtskonferenz 2026 gehen. Aktivist:innen, Wissenschafter:innen, Künstler:innen und Interessierte tauschen sich hier aus, bestärken einander und beflügeln einander, um dann auch andere für ein würdevolles Leben für alle zu mobilisieren. 

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